Rollkunstlauf-Weltmeisterschaften 2016 in Novara/Italien
Eleonora Tissen wird Fünfte, Philipp Mähner Sechster
Markus Lells wird in Italien Weltmeister in der Pflicht

Novara in Norditalien, rund 40 Kilometer von Mailand entfernt, scheint ein gutes Pflaster für die Rollkunstläufer aus dem Kraichgau zu sein. Vor sechs Jahren 2010 fanden dort die Jugend-Europameisterschaften statt. Der damals 14-jährige Philipp Mähner gewann seinerzeit drei Silbermedaillen in der Pflicht, Kür und Kombinationswertung. Und zusammen mit seiner damals 12-jährigen Partnerin Eleonora Tissen verpasste er im Paarlauf nur knapp das Treppchen und belegte den vierten Rang.
Sechs Jahre später fanden in Novara die Weltmeisterschaften im Rollkunstlaufen statt. Eleonora nahm am Pflichtwettbewerb der Juniorinnen teil und wurde Fünfte. Und Philipp, amtierender Vize-Europameister, startete im ersten Jahr bei den Senioren. Bei seinem ersten Aktiven-Start bei einer WM erreichte der 20-jährige Student mit 214 Punkten einen hervorragenden sechsten Platz. Die Herren erwartete ein schweres Paket der gelosten vier Pflichtfiguren, unter anderem mit dem schwierigen Rückwärts-Schlingenparagraph links. „Philipp war ziemlich aufgeregt, den ersten Bogen kann er normalerweise viel besser“, kommentierte seine Trainerin Sandra Woyciechowski seine Leistung. Da hatte der Eppinger, der mit Startnummer 2 in den Wettbewerb einstieg, seine Nervosität noch nicht ganz unter Kontrolle. Danach wurde es immer besser und der letzte Bogen war sein Bester. Dass der Pflichtwettbewerb seine eigenen Gesetze hat, musste der Weltmeister der Jahre 2014 und 2015, Luis De Mattia aus Argentinien, spüren. Er stellte sich gleich im ersten Schlingenkopf quer und wäre damit fast ausgestiegen. Nachdem auch der letzte Bogen bei ihm nicht wie gewohnt lief, konnte sogar der Italiener Marco Santucchi noch an De Mattia vorbei ziehen. Bis zum letzten Pflichtbogen blieb der Kampf um die Medaillen eine ganz enge Angelegenheit. Souverän lief der Heilbronner Markus Lell durch und wurde mit 225 Punkten verdient Weltmeister vor Marco Santucci und Luis De Mattia (beide 222 Punkte). Die erfahrenen Läufer, die schon länger in dieser Klasse starten, hatten am Ende zwar die Nase vorn. Aber Philipp Mähner hat klar gezeigt, dass er mitlaufen kann und in den nächsten Jahren sicher auch noch weiter vorne ein Wörtchen mitsprechen wird.
Eine große Überraschung gelang Eleonora Tissen vom RRV Eppingen. Bei ihrem ersten WM-Start belegte die 18-jährige als beste Deutsche den fünften Rang vor ihrer Mannschaftskameradin Maike Gangeloff als Siebte unter 27 Konkurrentinnen. Die ersten vier Plätze holten sich je zwei Läuferinnen aus Argentinien und Italien. Eleonora Tissen war als Fünfte der Europameisterschaften bei den Juniorinnen erstmals für die WM nominiert. „Die Konkurrenz mit 27 Teilnehmerinnen aus aller Welt war groß, aber Eleonora ist einen wirklich guten Wettbewerb gelaufen und hat ihre Pflichtkreise souverän gedreht“, freute sich auch ihr Heimtrainer Marcel Wagner über die positive Überraschung. Für beide ist die WM beendet, da sie nicht am Kürwettbewerb teilnehmen.